Frohes neues Jahr: „Burglind“ hat zugegriffen…

Eigentlich stand das Dach, auf das wir unsere Solarpanels anbringen wollten, neben der Zisterne. Bis gestern früh noch. Dann kam „Burglind“…

Ein neues Gewächshaus

Unser Folientunnel altert. Bald steht mindestens ein Austausch der Folien an. Dies hat uns bewegt, uns auch Gedanken zu unserem „Wasserproblem“ zu machen:

Um bewässern zu können hatten wir vor einigen Jahren eine Brunnenbohrung durchführen lassen. Leider war dies nicht erfolgreich: Es ist nicht ausreichend Wasser im für uns erreichbaren Untergrund vorhanden. Also besorgten wir uns ein altes 2 m3 Jauchefass, mit dem wir Wasser zum Feld bringen konnten. Im Sommer waren hiermit teilweise 5-6 Fahrten pro Woche notwendig – ein auf die Dauer zu aufwändiges Verfahren. Fernab irgendeiner Wasserleitung kommt für uns deshalb „nur noch“ die Regenwassernutzung in Frage. „Nur noch“ in Anführungszeichen deshalb, weil Regenwasser für Bewässerungszwecke eigentlich die beste Qualität hat: es enthält deutlich weniger Salze als Leitungs- oder Brunnenwasser.

Also war klar, dass wir eine Möglichkeit schaffen müssen, Regenwasser zu sammeln. Mit unserem Folientunnel ist dies nicht möglich. Gewächshäuser mit gerader Stehwand hingegen sind inzwischen häufig standardmäßig mit Regenwasserrinnen ausgestattet. Zudem ist mit solchen Konstruktionen durch eine Seitenlüftung eine bessere Klimaführung möglich. Eine Schwierigkeit, die wir in unserem Folientunnel haben.

Letztendlich haben wir uns für ein „Thermohaus“ der Firma Götsch & Fälschle aus dem Nördlinger Ries entschieden. Das Regenwasser leiten wir in einen 98 m3 großen Genap-Wasserspeicher.

Ende August ging es dann in die Umsetzung:

Ein verrücktes Frühjahr

Wann war jetzt noch Winter, wann Frühjahr, wann Sommertrockenheit?? In diesem Jahr zumindest war die (erste?) Sommertrockenheit im März, der Winter Ende April und jetzt haben wir ein schön feuchtes, mild-kühles Frühjahr.

Für unsere Feldarbeiten bietet das ausreichend Herausforderungen. Wir mussten schon im März im Freiland bewässern, die Vegetation war ca. 2 Wochen früher als sonst, so auch die Blüte der ersten Erdbeeren. Die haben dann den „Winter“ Ende April erleben dürfen, wodurch auch wieder einige Blüten erfroren sind. Das passiert im Prinzip jedes Jahr, dieses Jahr mal wieder etwas mehr. Aktuell sprießt alles, auch die Unkräuter, nur ist’s so nass, dass wir kaum Möglichkeit zum Hacken haben.

Aber die nächste Beerensaison kommt und es dauert gar nicht mehr lange! Die ersten grünen, kleinen Erdbeeren hängen an den Büschen und nach und nach kommen auch die späteren Sorten in die Blüte. Im März, wie gesagt bei schönstem sommerlichen Wetter, haben wir unsere Himbeer-Anlage erweitert und Grünspargel gepflanzt. Von den neuen Himbeeren können Sie voraussichtlich in diesem Jahr schon profitieren, den Grünspargel werden wir erst im nächsten Jahr das erste mal beernten können.

Wir freuen uns schon wieder auf die Beeren-Saison!

Viele Grüße aus Lützelburg

Stefanie Roth und Heiko Pohl

Ein paar Momente aus 2016

Zum „Jahresbeginn“ – 2017 ist ja schon etwas älter – starte ich mit einem kleinen Rückblick. Der letzte Beitrag ist vom 10. Mai 2016, irgendwie bin ich nicht dazu gekommen, während der Saison mal etwas aktuelles einzustellen… Also hole ich das nach mit:

Ein paar Momente aus 2016

Unser Federvieh wird mehr. Um unsere Hühner-Wunschrasse „Vorwerk“ zu erhalten, mussten wir auf Bruteier zurück greifen und die Küken selbst aufziehen. Jetzt haben wir drei Hennen und einen wunderschönen Hahn dieser Zweinutzungs-Rasse neben den weißen „reinen“ Legehennen.

Anstatt eines Erdbeerfestes hatten wir in 2016 einen Herbstmarkt veranstaltet, wieder gemeinsam mit dem GeNuss-Cafe. Auf der anderen Straßenseite hatte die freiwillige Feuerwehr ihren Tag der offenen Tür, was sich als gute Kombination und gegenseitige Ergänzung heraus gestellt hat.

Auf unserem Herbstmarkt hatten wir einige Infos zu unserer Saatgutvermehrung und ein kleines botanisches Quiz  zusammengestellt. Sie konnten sich darin testen, Saatgut, Keimling und Blüte verschiedener Pflanzen zusammen zu bringen. Schaffen Sie es noch? Hier unsere drei Vermehrungskulturen Kürbis, Stangenbohne und Salat.

 

Wie die Ernte des Salat-Saatgutes vonstatten geht, sehen Sie hier in einem kurzen Video „zusammengefasst“. 2 Stunden in 30 Sekunden.

poster
Ernte Salatvermehrung 2016
00:00
--
/
--

 

Unsere Streuobstbäume haben ihr erstes Standjahr hinter sich. Sie sind alle gut angewachsen und etwaige Wühlmäuse haben uns bisher verschont. Jetzt steht der Schnitt an und wir sind gespannt auf den Austrieb und die Entwicklung in 2017!

Bald ist’s soweit!

Lange her, unser letzter Beitrag. Wir hatten im letzten Herbst eine Streuobstwiese angelegt, seither war „Funkstille“. Aber nur auf unserer Homepage, auf dem Acker ist natürlich schon einiges los! Die Bäume haben an ihrem neuen Standort bisher gut Fuß gefasst, alle treiben Ihre Knospen aus.

Der sehr milde Winter hat unseren frühen Erdbeersorten einen ordentlichen Vorsprung verschafft, die Blüte fing für unsere Verhältnisse sehr früh an. Wir rechnen derzeit mit den ersten Beeren schon Ende Mai. Allerdings kamen die kalten Tage und Nächte der letzten April-Woche direkt in die Hauptblüte dieser Sorten, sodass trotz Schutz durch ein Vlies einige Blüten eine Frostschaden erlitten.

Wir weiten dieses Jahr unser Gemüse-Sortiment aus: Es wachsen derzeit Salate, Radies, Spinat, Rettiche, Rote Bete, Kohlrabi, Weißkraut, Blumenkohl, Zuckererbsen und Zuckermais heran. Einiges davon werden wir auch zur Erdbeer-Saison schon anbieten können.

In diesem Jahr werden wir kein Erdbeer-Fest veranstalten, wir möchten gerne mal etwas neues, anderes machen. Deshalb wird es dieses Jahr einen Herbstmarkt geben, wieder zusammen mit dem GeNuss-Cafe. Der Herbstmarkt wird am Samstag, 10. September, stattfinden. Das ist das letzte Wochenende der Sommerferien. Halten Sie sich den Termin schon mal frei!

Wie es bei uns durch den Winter ging und wo wir aktuell stehen, haben wir etwas anschaulicher auf Bildern zusammengestellt:

Eine Streuobstwiese entsteht

Unser Obstsortiment soll größer werden. Einen Schritt in diese Richtung haben wir nun getan – wenn auch mit einer Maßnahme, die erst in einigen Jahren zum Tragen kommt. Wort-wörtlich, denn auf der Wiese neben unserer Beeren- und Gemüsefläche haben wir eine Streuobstwiese angelegt. Dort wachsen jetzt 33 Apfel-, 12 Birnen- und 3 Zwetschgenbäume. Und als Hochstämme kommen sie erst nach ca. 8-10 Jahren in den Ertrag. Es ist also etwas Geduld angebracht.

Aber warum dann überhaupt Streuobst?

Diese Frage ließe sich schnell und einfach beantworten: Es gefällt uns. Es gibt aber auch andere Gründe:

Streuobstbestände werten das Landschaftsbild wesentlich auf. Streuobst ist für viele Gegenden heute noch landschaftsprägend, für viele leider nicht mehr. Flurbereinigungen hatten insbesondere in den 1950er bis 1970er Jahren zur Folge, dass Hecken und Streuobst zugunsten eines rationalisierten Ackerbaus weichen mussten, so auch in Lützelburg und Gablingen. Fragen Sie sich selbst: Wo gehen Sie lieber spazieren? Wo erholen Sie sich lieber? Zwischen reinen Getreide- und Maisfeldern oder in einer vielfältigen Landschaft mit Hecken, Wiesen, Streuobst, Mischwald?

Zudem bieten Streuobstbestände  verschiedene ökologische Vorteile. Sie bieten deutlich mehr Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum, als eine „einfache“ Wiese oder gar Ackerland. Sie finden hierzu ausführlichere Darstellungen z.B. bei Wikipedia oder NABU.  Eine hohe Artenvielfalt bedeutet ein stabileres Ökosystem und damit auch auf unseren gärtnerisch genutzten Flächen weniger Probleme mit Schädlingen oder Krankheiten an den Kulturpflanzen.

Uns stellte sich außerdem die konkrete Frage: Wenn wir Kernobst anbauen wollen, wie intensiv wollen wir es betreiben? „Intensiv“ im Sinne: Mit wieviel Einsatz von „Betriebsmitteln“. Im intensiven ökologischen Obstbau müssen  durch regelmäßige Spritzungen mit Kupfer und Schwefel bestimmte Schädlinge bzw. Krankheiten in Schach gehalten werden. So wollen wir nicht wirtschaften. Streuobst bietet uns als extensive Kulturform die Möglichkeit, einen Teil der Ernte als „Tafelobst“ zu ernten, den „Rest“ d.h. den Hauptteil als Mostobst. So ist auch unsere Sortenwahl gefallen, ist halt kein Elstar oder gar Granny.

Ganz nebenbei: die gleichzeitige Nutzung von Flächen mit Baumbestand und Tierhaltung ist weltweit verbreitet und bietet überall ökologische und damit auch langfristig ökonomische Vorteile. Geben Sie mal „silvopasture“ in Ihrer Suchmaschine ein.

Unsere Pflanzaktion

Unsere Bäume haben wir von der Bioland-Baumschule „Pflanzlust“ erhalten, d.h. sie sind schon im  „Kindesalter“ nach Bioland-Richtlinien aufgewachsen. Die Baumschule Pflanzlust bietet ein einmaliges Sortiment an alten Obstsorten an, die für den Hausgarten oder eben auch für den Streuobstanbau besonders geeignet sind. Unsere Sortenwahl fiel auf:

  • Äpfel:
    • Retina
    • Reglindis
    • Hauxapfel
    • Weißer Klarapfel (als Befruchter)
  • Birnen:
    • Köstliche von Charneu
    • doppelte Phillipsbirne
    • Gellerts Butterbirne
  • Zwetschgen:
    • Bühler Frühzwetschge
    • Sanctus Hubertus
    • Haferpflaume

Drei Tage haben wir gepflanzt. Die ersten zwei Tage bei herbstlichem Nebel, was optimal für die wurzelnackten Bäume war, bis sie im Boden steckten. Die restlichen Arbeiten konnten wir dann bei herrlichem Sonnenschein am 3. Tag abschließen. Schauen Sie selbst:

 

Schädlinge und Federvieh

Der Sommer ist schon wieder rum. Nach diesen sonnigen, heißen und trockenen Wochen folgt ein bisher weiterhin sonniger und trockener Herbst. Das hatte Vor- und Nachteile. Zum einen blieben wir bisher verschont vom dem „Damoklesschwert“ Kirschessigfliege. Diese Verwandte unserer bekannten Fruchtfliege kommt eigentlich aus wärmeren Gefilden, ursprünglich aus Asien. Anders als die Fruchtfliege kann die Kirschessigfliege ihre Eier in intakte Früchte legen und diese somit schädigen. Vergangenes Jahr hatte sie bei uns aufgrund des milden und ständig feuchten Wetters beste Bedingungen. Wegen ihr mussten wir letzten Herbst die Himbeer-Ernte vorzeitig beenden. Aktuell haben wir sie noch nicht gesichtet, Himbeeren können weiterhin gepflückt werden!
Auf der anderen Seite haben wir in diesem Jahr soviel bewässert wie noch nie. Einige Kulturen wären ansonsten nicht zur Ernte gekommen.
Seit einigen Wochen haben wir unseren Schneckenfressern, den Laufenten, vier Hühner an die Seite gestellt. Insbesondere im Gewächshaus sollen sie die Puppen des Salatsamenwicklers aus dem Boden picken. Die Raupen dieses unscheinbaren Falters fressen sich durch die Knospen des Salatblütenstandes. Dann bilden sich dort auch keine Körner, die wir ja als Saatgut ernten wollen. Wegen der versteckten Lebensweise, lassen sich die Raupen direkt nur schwer bekämpfen. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die Strategie aufgeht.

Neue Mitbewohner in den Erdbeeren!

Gestern haben Selbstpflücker unter einer Erdbeerpflanze eine tolle Entdeckung gemacht: Ein Vogelnest mit Gelege! Das hatten wir noch nie. Ein mutiger Vogel, bei dem Verkehr dort.

Die Erdbeersaison ist nun rum, nur noch wenige Erdbeeren sind noch da. Es geht allerdings ohne Pause weiter: jetzt gibt es bei uns rote und schwarze Johannisbeeren, natürlich zum selber pflücken.

Nachtrag (13.7.2015): der brütende Vogel ist sehr wahrscheinlich eine Wiesenschafstelze. Von den 6 Eiern waren neulich nur noch 4 im Nest, einen Tag später keines mehr. Da es keine Nestflüchter sind, wurde das Nest sehr wahrscheinlich geräubert :-((

Die Beerensaison rückt näher!

Auf unserem Beerenfeld herrscht inzwischen reges Treiben: Nicht nur, dass uns nun ein Laufentenpaar Gesellschaft leistet und uns hilft, der Schneckenschar ein wenig entgegen zu treten, auch die Vorbereitung für die Beerensaison ist in vollem Gange, klicken Sie auf das erste Bild!

Nicht zu vergessen: Am 7. Juni findet unser diesjähriges Erdbeerfest statt, siehe unsere Ankündigung hier.